Graf Gleichen der Lindenmüller · 1830–1896 · Opernsänger (Bass), Dichter, Komponist

Herkunft und Weg nach Prag
Geboren 1830 in Cöthen, ausgebildet in Mailand, 1854 an der Dresdner Hofoper. 1858 holte Thomé ihn als Bassisten nach Prag. [HLA-12] Im Proletarier-Club trug er den Namen Bassproletarier. [CHR-A]
Was er in der Praga war und tat
Eilers ist die Figur, um die der ganze Bruch mit der „Arcadia" ging — der junge Sänger, dem die Aufnahme wegen seiner Mittellosigkeit verweigert worden war und dessen Verteidigung die Verbandschronik 1959 ausdrücklich nachholte. [VCH I] Am 10. Oktober 1859 war es Eilers, der die letzten treuen Proletarier aufforderte, „mit Hand und Wort" zusammenzuhalten — der Ruf, aus dem die Schlaraffia wurde. [CHR-A] → Der 10. Oktober 1859
Er dichtete das Proletarier-Quartett des Gründungsabends und war bei dreizehn der zwanzig „Praga-Lieder" Librettist und/oder Komponist. Ein Jahr nach der Gründung fügte er dem Stiftungslied die dritte Strophe hinzu — die erste, die das Wort „Schlaraffenland" überhaupt nennt. [VCH I, BRA-11]
Was aus ihm wurde
1876 sang er den Fasolt in der Uraufführung des „Rheingold" in Bayreuth; ab 1882 war er Hofopernsänger in Darmstadt. Er gründete außer der Praga noch die Reyche Kyborgia, Gotaha und Tarimundis — Letzteres macht ihn zum vielfachsten Gründervater im frühen Allschlaraffia. Er starb am 4. September 1896, im 65. Lebensjahr. [HLA-12, VCH II]
Woran man ihn sieht
Bis heute ruft der Herold vor jedem Ritterschlag in Reychen der Praga-Linie: „Ist kein Höllenstein! ist kein Graf Gleichen da!" — und erst wenn dieser Ruf unbeantwortet bleibt, vollzieht der Fungierende den Schlag.
„Mit ihm schied der hervorragendste Urheber des allschlaraffischen Gedankens, der Schöpfer des weitaus grössten Theiles der ersten schlaraffischen Satzungen und unseres Ceremonials, der Gründer der Praga, Kyborgia, Gotaha und Tarimundis von uns."
— Nachruf der Allmutter, 1896 [VCH II]
Quellen zu dieser Person: [HLA-12, CHR-A, VCH I, VCH II, BRA-11] → Zurück zu den Urschlaraffen