Was blieb

Ahalla-Schrein, Uhu, Banner, Türfüllungen, Archiv: was 1939 gerettet wurde, liegt heute in sieben Städten. Eine Karte der Zerstreuung.

Als die Praga erlosch, wurde ihr Hausrat nicht vernichtet. Er wurde verteilt.

Was heute von der Allmutter Praga erhalten ist, steht in Bielefeld, in Braunau am Inn, in Bamberg, in Wien, in Neckarsulm, in Bern — und in Prag. Kein einziges dieser Stücke steht dort, wo es hingehört. Zusammen ergeben sie das Inventar eines Rittersaals, den es nicht mehr gibt.

Die Karte der Zerstreuung

Ort Was dort steht
Bielefeld — Ravensbergia Der Ahalla-Schrein, 5,35 m hoch, in drei Teilen über die Grenze gebracht
Braunau am Inn — Brundunum (234) Der geschnitzte Praga-Uhu mit der Schlafmütze und ein Stück Treppengeländer
Bamberg — Babenbergia Die originalen Türfüllungen der Burgpforte und das Emblem „In arte voluptas"
Wien — Vindobona (24) Das Banner von 1861 und das Prunkgestühl von 1884
Neckarsulm — Heylbronnen Weitere Geländerteile und die Uhu-Säule
Bern — Berna (70) Der Kern des Praga-Archivs, am 11. Februar 1939 über die Grenze gebracht
Prag — in situ Die Pforte in der Fassade des Alcron und die Gedenktafel daneben

Das älteste Stück ist das Banner: geweiht am 30. Mai 1861 bei der Landparthie nach Zavist, dreiundzwanzig Jahre älter als das Prunkgestühl und fünfunddreißig Jahre älter als der Ahalla-Schrein. Es ist damit das älteste erhaltene Stück der Schlaraffia überhaupt.

Wie diese Seiten aufgebaut sind

Jedes Stück bekommt dieselben fünf Fragen: Was es ist. Wo es stand. Wie es wegkam. Wo es heute ist. Wer es hütet. Wo die Rettungsgeschichte zwei Fassungen hat — und das ist öfter der Fall, als der schlaraffischen Erzählfreude guttut —, stehen beide da.


Auf dieser Seite weiter

Das Banner von 1861 Das älteste erhaltene Stück der Schlaraffia: das Banner der Allmutter Praga, geweiht am 30. Mai 1861 bei Zavist, heute in Wien. Der Ahalla-Schrein zu Bielefeld Fünf Meter fünfunddreißig, in drei Teilen über die Grenze: wie der Ahalla-Schrein der Praga 1966 aus dem Prager Hotel Alcron gerettet und nach Bielefeld gebracht wurde. Der Uhu mit der Schlafmütze Vom Antiquitätenhändler in Prag bis zur Rostra der Innburg Brundunum: der Praga-Uhu erzählt seine Geschichte selbst. Pforte, Türfüllungen, Geländer Ein Bauteil blieb in Prag, wo er immer stand. Zwei weitere liegen heute in Bamberg, Braunau und Neckarsulm. Das Archiv, das über die Grenze kam Wie ein Chefredakteur der Praga am 11. Februar 1939 nach Bern reiste und das Archiv des Reyches über die Grenze rettete. Ahnen, Orden und Insignien Fünfundsechzig Fotografien eines Bestands, den noch niemand identifiziert hat: die Ordensreihe und Ahnenzeichen der Praga.