Aha, Oho und Uhu

Die drei guten Geister.

Die drei guten Geister der Schlaraffia — und wie sechs Eulen einst durch Prag reisten.

Der Aha — der Älteste

Am 5. März 1861 wurde der älteste Pokal der Praga auf den Namen „Aha" getauft und zum „Allerheiligsten" erklärt:

„…daß jeder Schlaraffe bei seinem Eintritt in den Saal sich zuerst vor dem ‚Aha' verbeugen und ihn mit dem Rufe ‚Aha' begrüßen solle."

Das war der Vorläufer des heutigen Uhu-Grußes — nur galt er damals einem anderen Gegenstand. Bis 1876 war der Aha das ranghöhere Symbol der Praga. → Wie der Uhu den Aha besiegte

Der Oho — der Mittlere

Über den Oho sagen die Quellen weniger als über seine beiden Geschwister — er wird nur beiläufig erwähnt, als der „guter Geist", der schon vor dem Uhu zu Schlaraffia gehörte: Die Verbandschronik notiert, „erst nach dem ‚Aha-Pokal' kam ‚Uhu' am 1. 12. 1860 […] als dritter ‚guter Geist' zu Schlaraffia" — die Zählung als dritter setzt voraus, dass mit dem Aha auch der Oho dem Uhu bereits vorausging. Ein genaues Taufdatum für den Oho ist in den ausgewerteten Quellen nicht überliefert.

Der Uhu — kommt zuletzt, wird doch der Größte

Der Uhu ist der jüngste der drei: erst am 1. Dezember 1860 als kristallener Deckelhumpen mit einer Uhufigur getauft, erst 1861 als lebender Vogel verschenkt. Und doch verdrängte er 1876 beim I. Concil zu Lipsia den älteren Aha als oberstes Symbol der ganzen Allschlaraffia — eine eigene Geschichte, die diese Seite nicht wiederholt. → Wie ein Vogel zum Symbol wurde

Der Gruß, der die drei vereint

Der Spiegel der Allschlaraffia erklärt, wie die drei bis heute zusammenwirken:

„Jedes Schlaraffenreych steht unter dem Schutze Uhus, der bei Ergüssen der Freude als ‚Aha' und überall, wo ein die Zwecke der Schlaraffia widerstrebendes Element zutage tritt, als ‚Oho' sich offenbart."

Der Uhu ist also nicht nur einer der drei, sondern zugleich ihre gemeinsame Klammer: Aha steht für die Freude, Oho für die Ablehnung, und der Uhu selbst umfasst als Schutzgeist beides.

Der Blick von außen, 1871 — sechs Eulen im verhüllten Wagen

Der schönste Fund zu den drei guten Geistern steht nicht in einer schlaraffischen Quelle, sondern in der Wiener Tageszeitung Die Presse vom 4. Mai 1871 — zehn Jahre bevor es in Wien überhaupt ein Schlaraffenreych gab. Der Bericht beschreibt Hallensteins Abschied aus Prag:

„Dort im Hintergrund sind die Großwürdenträger eines Reiches zu sehen, das zur Stunde noch nicht auf der Landkarte steht. […] Er birgt das, was heiliger ist als das Heiligste, den Gott Aha, die kleinen Götter Oho, und die kleinsten Uhu. Gemeine Leute sagen, es sei eine Schleiereule, zwei größere Thurmeulen und drei Junge. Das soll aber nicht wahr sein. […] Sie alle, wie sie da auf der Straße stehen, vereinigen sich und murmeln den feierlichen Gruß der Treue, der Verehrung, der Liebe — Lulu!"

Damit ist belegt: 1871 waren Aha, Oho und Uhu noch sechs körperliche Eulen — eine Schleiereule, zwei Turmeulen, drei Junge —, die im verhüllten Wagen durch Prag transportiert wurden. Und die Praga war in der Stadt bekannt und angesehen genug, dass eine Wiener Zeitung mit sichtlicher Sympathie darüber schrieb.

Quellen zu dieser Seite: Chronik des Verbandes Allschlaraffia; Spiegel der Allschlaraffia; Die Presse (Wien), 4. Mai 1871.

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