Der Ort in Prag

Die Praga zog zwölfmal um, bevor sie 1897 ihre eigene Burg bezog. Was davon heute noch zu sehen ist — und was nicht.

Von der Allmutterburg steht noch eine Tür.

Sie sitzt in der Außenwand des Hotels Radisson Blu Alcron, Štěpánská 38–40, neben der Einfahrt zur Tiefgarage: eine schwere eiserne Pforte, im Tympanon ein fliegender Uhu. Dahinter ist kein Rittersaal mehr, sondern ein Hotelbau. Der Saal wurde 1976 abgerissen, der Rest 1998 in den Umbau eingegliedert. Die Pforte kehrte damals in die Fassade zurück, und daneben hängt seit a. U. 140 eine zweisprachige Gedenktafel.

Das ist wenig — und es ist mehr, als von den meisten erloschenen Reychen blieb.

Zwölf Adressen

Bevor die Praga 1897 ihre eigene Burg bezog, war sie achtunddreißig Jahre lang zu Gast: in Wirtshäusern, Bierfesten, Theatergärten und Vereinssälen. Zwölf Adressen sind belegt. Neun davon liegen in der Neustadt und der Altstadt so dicht beieinander, dass sich daraus ein Spaziergang von zwei bis drei Stunden ergibt; zwei Gräber liegen außerhalb.

Wegpunkt Adresse heute Was dort war
1 Gründungsort Vodičkova 32 / V Jámě 1 Freund's Restauration, 10. Oktober 1859
2 1. Stammburg Navrátilova 674/2 Zum Hopfenstock, ab Herbst 1860
3 Die Allmutterburg Štěpánská 623/40 1897–1939. Pforte und Gedenktafel erhalten
4 Teutoburg im Deutschen Haus Na Příkopě 22, Slovanský dům 1877–1897
5 Libalia Národní třída 20 ab 10. Oktober 1874
6 Koppmannia Templová 6 ab Oktober 1863
7 Neustädter Theatergarten nahe Wilsonova 4, Státní opera ab 14. Mai 1861
8 Ständetheater Ovocný trh 1 Thomés Bühne
9 Sophien-Palast Slovanský ostrov, Žofín Saal der Narrenabende
10 Grab Franz Thomé Olšanské hřbitovy außerhalb
11 Grab Felix Lechner Nový židovský hřbitov außerhalb

Drei weitere Lokale sind in den Chroniken genannt, aber nicht zu verorten: die Bierfeste „Stadt Jerusalem", der „Kaiser von Österreich" und die Geisleriana. Sie stehen hier ohne Kartenpunkt. Ein geratener Pin wäre bequemer und falsch. Wer die Lage kennt, möge sich melden — die Seite Mitwirken ist genau dafür da.


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Die Allmutterburg in der Stephansgasse 1897 baute sich die Allmutter Praga eine eigene Burg. 1976 fiel ihr Rittersaal, 1998 kehrte eine Pforte in die Fassade zurück. Was heute davon zu sehen ist. Freund's Restauration An dieser Ecke stand das Wirtshaus, in dem am 10. Oktober 1859 die Schlaraffia gegründet wurde. Das Haus selbst ist verschwunden — die Gedenktafel hängt heute vermutlich am falschen Eckhaus gegenüber. Die Rundtour Die Praga zog zwölfmal um, bevor sie 1897 ein eigenes Haus bezog. Die Stationen dieser Wanderung, mit damaliger und heutiger Adresse, als Rundgang durch das heutige Prag. Die zwei Gedenktafeln Eine Metalltafel an der Pforte in der Štěpánská, eine hölzerne Tafel am vermuteten Gründungsort — beide im vollständigen deutsch-tschechischen Wortlaut, mit einem kleinen, belegten Schreibfehler. Die Gräber Zwei Ehrengräber erinnern in Prag an Praga-Schlaraffen — eines davon nach eigenem Bekunden des schlaraffischen Reiseführers „nicht mehr gepflegt und besonders beachtet".