Kleines Wörterbuch

Einunddreißig Begriffe aus dem Fließtext dieser Seite, kurz erklärt und alphabetisch geordnet — von „a. U." bis „Uhu".

Diese Seite erklärt einunddreißig Begriffe, die im Fließtext der ganzen Gedenkseite vorkommen — alphabetisch geordnet, jeder mit einem Verweis auf die Seite, die ihn ausführlicher behandelt.

a. U. (anno Uhui)
Die schlaraffische Zeitrechnung, 1898 eingeführt und rückwirkend auf das Gründungsjahr der Praga bezogen: a. U. = bürgerliches Jahr minus 1859. Ausführlich samt Umrechner: Anno Uhui.
Aha
Der älteste der drei „guten Geister" der Schlaraffia — ein Pokal, am 5. März 1861 zum „Allerheiligsten" der Praga erklärt. Bis 1876 das höchste Symbol des Bundes, dann vom Uhu verdrängt. Siehe Aha, Oho und Uhu.
Ahalla
Das jenseitige Reych der verstorbenen Schlaraffen — die schlaraffische Vorstellung eines Weiterlebens nach dem Tod, in Anlehnung an Walhall.
Ahallaritt
Der Tod eines Schlaraffen, in der schlaraffischen Sprache der „Ritt nach Ahalla".
Allschlaraffia
Der Dachverband aller Schlaraffenreyche weltweit, bis heute über zweihundertfünfzig. Die Praga war Reych Nr. 1 und wurde später zur „Allmutter" ernannt. Siehe Wie die Praga zur Allmutter wurde.
Burgfrau
Die Ehefrau oder Partnerin eines Schlaraffen. Frauen selbst sind nach den Statuten der Schlaraffia seit 1861 nicht Mitglieder. Siehe Die Frauen.
Chronica Allschlaraffiae
Die 1898 von Rt Drasal vom Glockenthurm (Albert Maertens) verfasste Ur-Chronik der Schlaraffia — als Pseudo-Chronik im Stil des 16. Jahrhunderts geschrieben, erzählerisch unersetzlich, historisch nur mit Vorsicht zu verwenden.
Colonie
Eine Stufe der schlaraffischen Statusleiter, zwischen Feldlager und vollem Reych — noch ohne Reychs-Nummer, aber schon fester organisiert als ein Stammtisch.
Concil
Die Versammlung der Allschlaraffia, bei der Reyche aus aller Welt zusammenkommen — etwa das I. Concil zu Lipsia 1876, auf dem der Praga der Titel „Allmutter" verliehen wurde.
Drasal
Rittername des Schauspielers Albert Maertens, Verfasser der Chronica Allschlaraffiae von 1898 — der schlaraffischen Ur-Chronik.
Ehrenritter
Ein Ritter, dem ein anderes Reych als dem eigenen die Ehrenmitgliedschaft verleiht — so wurde Hkt. Fichte, der die Ysenaha 1925 zum Reych erhob, später Ehrenritter der Ysenaha.
Feldlager
Die unterste Stufe der schlaraffischen Statusleiter (Stammtisch → Feldlager → Colonie → Reych) — so beginnt auch das heutige Feldlager Ysen-Aha in Eisenach, das diese Gedenkseite betreibt.
h. R.
Abkürzung für „hochwohllöbliches Reych" — die feststehende, leicht ironische Ehrenanrede vor dem Namen eines Reychs, etwa „h. R. Ravensbergia".
Herold
Ein Amt in der Reychsverwaltung — kündigt an, verliest, vermittelt zwischen Regierungstisch und Sippung.
Junker
Vorstufe des vollen Ritterstands — ein Mitglied, das den Ritterschlag noch vor sich hat.
Junkermeister
Das Amt, das die Junker betreut — der Überlieferung nach aus dem „Bürgermeister" des studentischen Bierherzogtums der Prager Lichtenhainer hervorgegangen, das der Schlaraffia womöglich als Vorbild diente.
Kanzler
Das Amt, das die Statuten und Schriften eines Reychs verwaltet — Eduard Schmidt-Weißenfels war der erste Kanzler der Praga und Verfasser ihrer ersten Verfassung. Siehe sein Porträt.
Kegel
Die unterste Stufe des selbstironischen „Ordens vom Kegel zum Pudel" — einer schlaraffischen Auszeichnungsreihe, die sich selbst nicht zu ernst nimmt. Siehe Ahnen, Orden und Insignien.
Lulu
Der schlaraffische Gruß- und Treuruf, seit den frühesten Jahren belegt — schon 1871 beschreibt ein Prager Zeitungsbericht Schlaraffen, die „den feierlichen Gruß der Treue, der Verehrung, der Liebe — Lulu!" murmeln. Siehe Aha, Oho und Uhu.
Marschall
Ein Amt in der Reychsverwaltung — zuständig für Ordnung und Ablauf der Sippung.
Mundschenk
Ein Amt in der Reychsverwaltung — zuständig für die Getränke bei der Sippung.
Oberschlaraffe
Das höchste Amt eines Reychs, vergleichbar einem Vorsitzenden — etwa Fürst Devast der Große vom Böhmerwalde, fast dreißig Jahre Oberschlaraffe des Äußern der Praga.
Oho
Der mittlere der drei „guten Geister" — über ihn sagen die Quellen am wenigsten. Siehe Aha, Oho und Uhu.
Reych
Die einzelne schlaraffische Ortsgruppe, durchnummeriert nach Gründungsdatum — die Praga war Reych Nr. 1. Die Nummer 1 ist seit 1939 erloschen und wird nicht neu vergeben.
Ritterarbeit
Ein Vortrag oder eine schriftliche Ausarbeitung, die ein Ritter bei einer Sippung vorträgt — etwa Jk Andres' Ritterarbeit von a. U. 147 über die erhaltene Pforte.
Ritterschlag
Die Zeremonie, mit der ein Junker in den vollen Ritterstand erhoben wird.
Rittername
Der scherzhafte Name, den jeder Ritter bei seinem Ritterschlag erhält — etwa Carl II. der Frauenprüfer (Franz Thomé) oder Un-Bequem (Volker Roeber, Bauherr dieser Seite). Siehe Die Urschlaraffen.
Schatzmeister
Das Amt, das die Kasse eines Reychs verwaltet.
Schlaraffine
Ein älterer, in den Quellen umstrittener Begriff für eine an der Schlaraffia beteiligte Frau — die Statuten der Praga schlossen Frauen ab 1861 formal aus. Zur Quellenlage siehe Die Frauen.
Sippung
Die regelmäßige Zusammenkunft eines Reychs — das schlaraffische Wort für das, was andere Vereine eine Versammlung nennen.
Uhu
Der jüngste der drei „guten Geister", 1860 als Pokalfigur getauft, 1876 zum wichtigsten Symbol der ganzen Allschlaraffia erklärt — obwohl im Wappen der Praga bis heute kein Uhu steht. Siehe Wie ein Vogel zum Symbol wurde.

Nicht auf dieser Seite behandelt, aber anderswo im Bund gebräuchlich, sind Begriffe wie „Prunksippung" oder „Concilsstab" — sie kommen im Fließtext dieser Gedenkseite nicht vor und wurden deshalb ausgelassen. Für die ganz allgemeinen Grundbegriffe (Sippung, Reych, Burg, Uhu) sei ergänzend auf das Glossar von schlaraffenfreunde.de verwiesen.

Quellen zu dieser Seite: die jeweils verlinkten Fachseiten dieser Gedenkseite; Chronik des Verbandes Allschlaraffia; Verband Allschlaraffia, Glossareintrag „a. U."

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